Im Nachwuchsfußball gehört der Vollspannabschluss zu den grundlegenden Techniken, allerdings lässt sich im Mannschaftstraining oft nur begrenzt gezielt daran arbeiten. Spielsituationen wechseln ständig, Wiederholungen sind begrenzt und individuelle Technik steht häufig hinter dem Spielgeschehen zurück.
Genau hier setzte eine Auswertung innerhalb der skills.lab Academy an. Über mehrere Wochen trainierte eine Gruppe von zehn Nachwuchsspielern ihren Vollspannabschluss regelmäßig in der skills.lab Arena – unter konstanten Bedingungen, mit vielen Wiederholungen und einer objektiven Auswertung jedes einzelnen Schusses.
Das Ergebnis: Beim abschließenden Vergleich lagen ihre Schüsse durchschnittlich 33 Prozent näher am Ziel als zu Beginn des Trainingszeitraums.
Die Auswertung entstand im Rahmen der skills.lab Academy, einem Förderprogramm für Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler im Alter von 10 bis 12 Jahren. Ergänzend zum Vereinstraining absolvierten die Teilnehmer regelmäßige Individualeinheiten in der skills.lab Arena.
Der Fokus lag dabei auf einer Technik, die im Mannschaftstraining zwar regelmäßig gefordert wird, aber selten isoliert trainiert werden kann. Treffpunkt, Fußstellung, Körperhaltung und Bewegungsablauf wurden zunächst erklärt und anschließend über mehrere Wochen wiederholt trainiert.
Gerade diese Kombination aus vielen Wiederholungen und gleichbleibenden Bedingungen schafft die Möglichkeit, technische Bewegungsabläufe gezielt aufzubauen und ihre Entwicklung objektiv nachzuvollziehen. Jeder Schuss wurde erfasst und ausgewertet. Gemessen wurde schließlich, wie nah der Ball am vorgegebenen Ziel landete.
Um die Entwicklung sichtbar zu machen, absolvierten die zehn Spieler dieselbe Übungsreihe zweimal, einmal im Februar und erneut im Mai beziehungsweise Juni.
Zwischen beiden Vergleichsterminen trainierten sie sechs- bis neunmal in der Arena. Dabei absolvierte jeder Spieler zwischen 100 und 150 Vollspannabschlüsse in insgesamt 15 bis 30 Minuten Abschlusstraining.
So entstand über mehrere Wochen ein objektiver Vergleich ihrer technischen Entwicklung.
Beim zweiten Vergleich schlossen neun von zehn Spielern präziser ab als beim ersten Leistungscheck.
Gemessen wurde die durchschnittliche Entfernung zwischen Ball und Ziel. Je kleiner dieser Wert ausfiel, desto präziser war der Abschluss.
Im Februar lagen die durchschnittlichen Abweichungen der Spieler zwischen 102 und 174 Zentimetern. Im Mai beziehungsweise Juni lagen sie nur noch zwischen 41 und 127 Zentimetern.
Besonders deutlich fiel die Entwicklung bei zwei Spielern aus. Einer verringerte seine durchschnittliche Abweichung von 165 auf 71 Zentimeter, ein anderer von 125 auf 41 Zentimeter.
Über alle Spieler hinweg lagen die Abschlüsse am Ende des Trainingszeitraums durchschnittlich 33 Prozent näher am Ziel.
Die Auswertung zeigt, dass technisch anspruchsvolle Bewegungen wie der Vollspannabschluss von regelmäßigen Wiederholungen profitieren, insbesondere dann, wenn sie unter vergleichbaren Bedingungen trainiert werden können.
„Der Vollspannschuss ist weit mehr als nur eine Abschlusstechnik. Kinder lernen dabei den richtigen Treffpunkt, die Fußstellung, den Bewegungsablauf und entwickeln gleichzeitig Schusskraft. Gerade zwischen zehn und zwölf Jahren ist das eine wichtige Grundlage für ihre weitere Entwicklung“, betont Matthias Fischer, Sports Scientist und Head Coach bei skills.lab.
Mannschaftstraining bleibt die Grundlage der fußballerischen Ausbildung. Für einzelne technische Schwerpunkte kann zusätzliches Individualtraining jedoch einen wertvollen Beitrag leisten. Viele Wiederholungen, konstante Bedingungen und eine objektive Auswertung machen Fortschritte sichtbar und geben Trainern eine zusätzliche Grundlage, technische Entwicklung gezielt zu begleiten.